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Betty Krag über Denim und Streetstyle

Die aufstrebende, stets coole und kreative Fotografin Betty Krag vergleicht Denim mit einem Lieblingsbuch und bezeichnet das Fahrrad als wichtigen Bestandteil des Kopenhagener Streetstyles. Wir haben mit Betty über ihre Meinung zu Denim, Stil und Streetstyle gesprochen. Erfahre mehr in unserem Kurzinterview.

Über Betty Krag

Betty Krag ist Fotografin und Kreative – geboren und aufgewachsen in Kopenhagen.

Warum glaubst du, dass Denim in der Mode weiterhin eine so wichtige Rolle spielt?

Weil Denim für immer im Kleiderschrank bleiben kann. Je mehr Patina Denim bekommt, desto mehr Charakter hat er. Man kann eine abgetragene Jeans, die man schon seit Jahren besitzt, nahezu mit einem Buch vergleichen: Sie erzählt eine Geschichte, die sich in das Stück eingeschrieben hat.

Welche Passform ziehst du aktuell bei der Wahl deiner Jeans vor?

Ich habe ein Paar verwaschene Jeans in einem eher dunklen Denim, die ich in Paris in einem Vintage-Store gekauft habe. Diese Hose sitzt zwar eng anliegend, aber nicht im Stil einer „Skinny Jeans“. Sie ist eher slim fit geschnitten, jedoch so, dass die Beine bis zu den Knöcheln gerade verlaufen. Es handelt sich also um einen sehr simplen Stil.


Gibt es so etwas wie einen "Kopenhagener Streetstyle"?

Ich glaube, im Ausland gibt es dieses Bild. Dennoch könnte ich als Kopenhagenerin den Stil nicht auf eine Formel bringen. Das Fahrrad ist meiner Meinung nach jedoch immer ganz klar Teil des Kopenhagener Looks! Und vielleicht sind wir in Kopenhagen einfach dazu „erzogen worden“, uns im Lagen-Look zu kleiden, um nicht zu frieren. Gleichzeitig wird dabei jedoch darauf geachtet, dass die Jacke nicht das ganze Outfit verdeckt. Für mich stehen zudem von Freundinnen oder der Großmutter gestrickte Strickwaren sowie Kaschmir ganz klar für den Kopenhagen-Stil.


Wann reizt es dich anzuhalten und ein Foto von einer Person auf der Straße zu machen?

Mir gefallen Menschen sehr, die einen introvertierten Ausdruck haben. Wenn man es schafft, sich dieser Person anzunähern und sie auf eine schüchterne Art und Weise zu dokumentieren, kann dadurch meiner Meinung nach eine sehr kraftvolle und spannende Fotografie entstehen. Viel zu habe ich – gerade im Ausland – auch schon eine Person an mir vorbeigehen lassen und dies sofort bereut, weil ich wusste, dass ich sie nie wiedersehen werde. Daher übe mich darin, sofort zu reagieren, wenn mir der Ausdruck eines Menschen auffällt. Ich glaube, ich achte auch sehr auf die Haare der Menschen und darauf, wie die Frisur mit dem Gesicht zusammenspielt.

Was kennzeichnet deinen fotografischen Stil?

Ich denke, es sind Spontaneität und kleine Geschichten. Egal, ob es sich um den Heimweg eines Freundes von der Schule oder um einen Ausflug mit dem Zug aus der Stadt handelt – alles kann eine wirklich wichtige Situation sein, die ich gerne dokumentieren möchte. Zugleich finde ich es spannend, wenn sich der Stil auch immer weiterentwickelt. Es gibt Phasen, in denen mich gleich mehrere verschiedene Themen begeistern. Vor Kurzem packte mich zum Beispiel eine große Faszination für alle Fotos, die ich von meinen Freund*innen oder von mir beim Radfahren gemacht habe. Ich hatte insgesamt 1396 Fotos mit diesem Motiv. Es bereitet mir Spaß, mich in bestimmte Themen zu vertiefen.



Was inspiriert deinen Kleidungsstil?

Vieles und nichts! Zumeist stehe ich auf und ziehe etwas an, ohne groß darüber nachzudenken. Wenn ich zurückdenke, waren die besten Outfits immer diejenigen, die man in fünf Minuten zusammenstellt. Meine Freund*innen inspirieren mich, aber auch die Welt des Tanzes Dies gilt vor allem für Kleidungsstücke aus dem modernen Tanz und dem Ballett, also zum Beispiel Beinstulpen, Strumpfhosen und kurze Strickshorts. Ich habe einen Hintergrund in Ballett und mag daher alles, was damit in Verbindung steht.


Entdecke unsere Denim-Streetstyle-Serie anlässlich der Copenhagen Fashion Week, festgehalten von Betty Krag.